Kuno wurde es etwas unbehaglich, zum erstenmal kam ihm der Gedanke, dass es mit seinen Plänen doch nicht so gut stand, wie er geglaubt hatte.
`Ihr wollt also um die Hand meiner Tochter anhalten`, riss ihn die Stimme des Grafen aus seinen Betrachtungen. Der Alte musterte mit kaltem Lächeln den jungen Freier, der sich zustimmend verneigte. Dann erhob er sich aus dem Lehnstuhl und ging langsamen Schrittes zum Fenster. Dort blieb er vor den geöffneten Läden stehen und winkte Kuno mit herrischer Gebärde heran. `Wenn Ihr meine Tochter liebt, werdet Ihr dann wohl eine Aufgabe scheuen, die ich Euch stellen werde?`
Abwartend und mit hartem Blick fixierte der von Falkenstein den Ritter. `Fordert was Ihr wollt, ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, denn ohne meine Liebe ist mein Leben sinnlos.` Das waren tapfere und gleichzeitig närrische Worte, aber mit der aus dem Herzen kommenden tiefen Wahrheit gesprochen, die nur Liebenden zu Eigen ist. Doch der Burgherr lachte nur kurz und hart auf, fasste den jungen Mann an der Schulter und zeigte auf die Felsen hinab.