Vor langer Zeit gab es einen Metzger, einen rohen Gesellen, der seinen Beruf mit großer Leidenschaft ausübte, da er Freude am Töten hatte.
Damit nicht genug, fügte er den Tieren auch unnötig Schmerzen zu bei dem Geschäft, da ihm die Qualen anderer nichts galten, außer dem Vergnügen, das er daran hatte. Mit seinen Pferden sprang er so übel um, dass es die Menschen erbarmte und so mancher kopfschüttelnd die Nähe des Mannes mied. Sein Gespann trug Narben auf dem Rücken, sein Hund hinkte meist, da er die großzügig verteilten Tritte seines Herrn aushalten musste, wenn dieser schlechter Laune war oder einfach in übermütiger Stimmung.
Bedauernswert mager waren Hund wie Pferde, denn ihr Herr hielt es nicht für notwendig, ihnen mehr als das Allernötigste zukommen zu lassen. Was er sparte an ihnen, rechnete er um in fröhliche Zechereien im Wirtshaus. Da hielt er sich und seine Bewunderer so manchen Abend großzügig frei, mit Bier und mit derben Späßen.
Dass es nur eine Handvoll roher und übler Gesellen waren, die sich zu ihm an den Tisch setzten, kümmerte den Mann nicht. Die waren ein sehr dankbares Publikum und fanden so richtig Geschmack an den Geschichten aus dem Schlachthaus, die der Metzger gröhlend und schenkelklopfend erzählte. Der Hund, der zitternd unter dem Tische lag, bekam statt einer Schüssel Wasser so manchen Tritt, der der guten Laune der Runde entsprang.